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Ein Deutschland – ein Anglerverband (Nachricht 2/2010)

 

ein_deutschland_ein_anglerverband_cut_grossDer Deutsche Anglerverband e.V. und der Verband Deutscher Sportfischer e.V. sind entschlossen, sich in einem starken Bundesverband zu vereinen. Dies wurde im vergangenen Jahr von den Hauptversammlungen beider Verbände beschlossen. Kräfte zu bündeln und der Angelfischerei eine starke Stimme in der Öffentlichkeit, der Bundespolitik und der immer wichtiger werdenden Europapolitik zu geben, ist das gemeinsame Ziel. Um diesem Ziel näher zu kommen, traf sich die 12er-Kommission, die sich aus den sogenannten „Verhandlungskommissionen“ von VDSF und DAV zusammensetzt, am 3. und 4. Februar 2010 erneut in Marquardt und Potsdam. Erstmalig beteiligten sich auch die Geschäftsführenden Präsidien beider Verbände in diesem Rahmen an den Gesprächen. Gemeinsam wurde der Entwurf eines Positionspapiers erarbeitet, der in voller Länge selbstverständlich den Mitgliedsverbänden zur Stellungnahme ausgehändigt wurde und auch [hier] eingesehen werden kann. Neben einem kurzen Rückblick auf die Anfänge der organisierten Angelfischerei kommen besonders die in Zukunft gemeinsam zu erreichenden Ziele zur Geltung. Die großen Anglerverbände gingen nach der Wiedervereinigung Deutschlands bisher eigene Wege. Nun ist die Zeit reif, die Kräfte von rund 850.000 organisierten Anglern zu bündeln, um bewährte Traditionen fortzusetzen und beide Verbände zu einem einheitlichen starken Interessenverband für die Angler in ganz Deutschland zu entwickeln. So soll unverzüglich und mit Biss viel offensiver und vor allem wirkungsvoller dafür eingetreten werden, dass

  • der gemeinsame Verband als anerkannter Naturschutz- und Umweltverband alle Rechte wahrnimmt, um die Interessen seiner Mitglieder zu vertreten;
  • unsere Leistungen zur Gestaltung des Gemeinwohls besser gewürdigt werden;
  • gemeinsam mit allen Beteiligten des (Angel-)Fischereisektors wirkungsvoll auf der Grundlage fachlich fundierter, wissenschaftlich abgesicherter Argumentation für die Unverzichtbarkeit der Fischerei in Deutschland und Europa gekämpft werden kann;
  • der Zugang für junge Menschen zum Angeln bei angepasster Vermittlung notwendiger Sachkunde erleichtert und attraktiver wird;
  • die zu schaffenden Führungs- und Verwaltungsstrukturen des gemeinsamen Verbandes eine effiziente qualifizierte Interessenvertretung der Angelfischer auf europäischer und nationaler Ebene gewährleisten;
  • eine nicht zeitgemäße Fischereigesetzgebung den schützenden und schonenden Umgang der Angelfischer mit der Natur nicht mehr in Frage stellt und neue fischereiwissenschaftliche Erkenntnisse die überholte Verbotsgesetzgebung aufbrechen;
  • alle bestehenden Spezialverbände ihr besonderes Engagement noch besser entfalten können und das Angeln für Menschen mit Behinderung gefördert wird;
  • unsere Castingsportler ihre Aktivitäten zur Gewinnung begeisterungsfähiger Nachwuchssportler zielgerichtet koordinieren können;
  • der Verband seinen Einfluss nutzt, um einen die Kräfte bündelnden, großen europäischen Anglerverband als wirkungsvollen Interessenvertreter der europäischen Anglerschaft zu etablieren;
  • entstandene Brüche zwischen Organisationsstrukturen innerhalb eines Bundeslandes harmonisiert werden;
  • der Gewässerfonds als freiwillige Vereinbarung zwischen Fischereiausübungsberechtigten zur gemeinsamen anglerischen Nutzung von Gewässern über Verbands- und Landesgrenzen hinweg die Voraussetzung bietet, die Angelfischerei möglichst freizügig und unbürokratisch für viele Mitglieder des Verbandes zu gestalten. Die Erhaltung des Gewässerfonds wird ausdrücklich gewünscht und unterstützt.
  • die Angler national und international ihr anglerisches Können unter Beweis stellen und vergleichen können. Dies betrifft die traditionsreichen Veranstaltungen im Süß- und Salzwasserangeln sowie im Casting. Der Verband unterstützt die Teilnahme deutscher Angler an internationalen Veranstaltungen der C.I.P.S. bzw. ICSF.

Ein gemeinsamer Anglerverband soll sich im Sinne von Millionen organisierten und nicht organisierten Anglern unüberhörbar überall dort einmischen und zu Wort melden, wo es um die Interessen der Angler und das Wohl unserer Gewässer und der Fische geht. Dabei steht die Steigerung der gesellschaftlichen Akzeptanz dafür im Vordergrund, dass Angeln viel mehr ist, als Fische aus dem Wasser zu ziehen. Angeln ist sozial und ökologisch. Angeln ist selbstverständliches Recht für alle Menschen, die angeln wollen. Angeln ist Bestandteil unserer Natur, Kultur und Historie. Es ist unverzichtbare Dienstleistung für die Natur und das Gemeinwohl und schließlich für uns selbst unverzichtbarer Quell der Lebensfreude. Vor diesem Hintergrund geben uns unsere Wurzeln starken Halt für das Zusammenwachsen zu einem künftig geeinten Anglerverband in Deutschland.

 

 

Der Entwurf des Positionspapiers kann in voller Länge [hier] als pdf-Datei heruntergeladen werden.

 
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