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Im Interview der Januarausgabe 2010 der Angelzeitschrift „Rute&Rolle“ stellten Prof. Dr. Werner Steffens, 1. Vizepräsident des Deutschen Anglerverbandes e.V. (DAV), und Peter Mohnert, Präsident des Verbandes Deutscher Sportfischer e.V. (VDSF), besonders die Möglichkeiten heraus, die eine Zusammenführung beider Verbände bringen würde. Diese bestünden vor allem darin, auf die Politik in anglerrelevanten Themen in noch größerem Maße Druck ausüben zu können. Ein Verband mit bald einer Million Mitgliedern könne die Interessen der Angler viel besser vertreten als zwei separate Verbände, waren sich sowohl Prof. Dr. Werner Steffens als auch Peter Mohnert einig.
Prof. Dr. Werner Steffens stellte eingangs fest: „Wir als ein Verband sind eine Interessenvertretung für die deutschen Angler. Angeln ist, was wir als sinnvolle Freizeitbeschäftigung fördern wollen […] Wir sollten den Menschen die Freiheit lassen, das Angeln so auszuüben, wie sie es wollen – wenn auch unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben.“
Das Thema Hege- oder Gemeinschaftsfischen gab in der Vergangenheit immer wieder Anlass zu Diskussionen. „Zugegeben, das war wirklich ein Knackpunkt […] Der DAV hat an solchen Veranstaltungen teilgenommen, und wir haben teilweise neidisch zugeschaut und Ausweichvergleiche – wie ich es nenne – veranstaltet“, so Peter Mohnert. Prof. Dr. Werner Steffens wies darauf hin, dass die unterschiedlichen Meinungen diesbezüglich nicht mehr vorhanden seien, merkte jedoch auch an, dass zu diesem Thema außerhalb der Verbände viele falsche Vorstellungen existieren, „denen wir fortan gemeinsam entgegenwirken werden. […] Erst kürzlich fand eine Club-Weltmeisterschaft im Brandungsangeln in Kühlungsborn mit Unterstützung des Ministeriums statt. Die im letzten Jahr in Potsdam ausgetragene ‚10. Weltmeisterschaft für Angler mit Behinderung’ wurde von Horst Köhler und Angela Merkel begrüßt, Matthias Platzeck übernahm die Schirmherrschaft! Die dabei gefangenen Fische wurden in andere Gewässer umgesetzt, wodurch auch der erforderliche vernünftige Grund wieder gegeben war. Wobei ich es noch mal ausdrücklich in unser beider Namen betone: Der vernünftige Grund des Angelns kann nicht nur Nahrungsbeschaffung und Gewässerbewirtschaftung sein, der vernünftige Grund muss das Angeln selbst sein.“
Was Bedenken zu den Angelbedingungen in einem neuen Verband betrifft, stellte Peter Mohnert klar: „[…] alle Strukturen und Rechte werden von der Vereinigung nicht berührt.“ Nur „wenn der Landesverband, in dem der Angler organisiert ist, einer entsprechenden Vereinbarung beigetreten ist“ wird wie auch bisher der Austausch von Angelkarten möglich sein.
Zunächst ist nun vor allem die Möglichkeit eines gemeinsamen Vorgehens in der Politik für die Interessenvertretung der Angler in einem großen vereinten Verband dringend notwendig. Besonders die Kormoran-Problematik wurde unter diesem Gesichtspunkt von beiden Präsidenten als Musterbeispiel dafür hervorgehoben, was gemeinsam erreicht werden kann. „Wir sehen den Kormoran ganz eindeutig als Problem. Die Ausrufung ‚Vogel des Jahres’ war ein Schlag ins Gesicht. Gerade in Hinblick auf den Kormoran ist es wichtig, dass wir mit einer gemeinsamen Stimme sprechen, in Deutschland und in Europa! Der Vorschlag für einen Kormoran-Management- Plan des EU-Parlaments wird bisher trotz unserer Bemühungen von der Europäischen Kommission nicht durchgesetzt. Wir werden weiter alle Anstrengungen unternehmen, jetzt nach der Neuwahl des Parlaments unsere Ziele voranzutreiben“, erläuterte Prof. Dr. Werner Steffens und Peter Mohnert fügte hinzu: „Wir haben gemeinsam erreicht, dass sich am 4. Dezember 2008 96 % aller Abgeordneten des Europäischen Parlaments für ein europäisches Kormoran-Management ausgesprochen haben und dass diese Thematik Bestandteil des Koalitionsvertrages zwischen CDU, CSU und FDP geworden ist. Und damit ist es ein unausweichliches Thema.“
Als weiteres Ergebnis dieser guten Zusammenarbeit kann auch die Dorschproblematik angeführt werden. Denn wie Prof. Dr. Werner Steffens erläuterte, zeigt diese mit der Tatsache, „dass es für Angler vorerst keine Fangquoten für den Dorsch geben wird, überaus sichtbare Erfolge unserer gemeinsamen Bestrebungen.“ Alles, was zusammen bereits auf den Weg gebracht wurde, kann sich schon jetzt sehen lassen. Es liegt mit den entsprechenden Hauptversammlungsbeschlüssen im Interesse der Anglerschaft begründet, beide deutschen Anglerverbände einer gleichberechtigten Vereinigung zuzuführen. Eine Vereinigung würde für jeden Angler, ob organisiert oder nicht, nur von Vorteil sein. Einige Beispiele dafür haben die Präsidenten von VDSF und DAV der Angelpresse gegenüber noch einmal deutlich gemacht.
Am 4. Dezember 2009 traf sich die im Auftrag der Hauptversammlung einberufene „Findungskommission“ des DAV wiederholt in Berlin, um das gleichberechtigte Zusammengehen mit dem VDSF weiter vorzubereiten. Die von Prof. Dr. Werner Steffens im Interview mit „Rute&Rolle“ gemachten Aussagen im Namen des DAV fanden eindeutige Unterstützung. Die Besprechungsergebnisse der „Findungskommission“ werden am 30. Januar 2010 den DAV-Mitgliedsverbänden im Rahmen einer Beratung des Verbandsausschusses vorgestellt. Mit dessen Zustimmung werden die Standpunkte des DAV im Interesse seiner Mitglieder durch die „DAV-Verhandlungskommission“ in weitere Gespräche mit dem VDSF Anfang Februar eingebracht.
Der DAV bedankt sich bei der Redaktion von „Rute&Rolle“ für die freundliche Zusammenarbeit.
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