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Der Dorsch - prägend für die Ostsee aber keine FFH-Art „übers Hintertürchen“

Angler und Fischer werden 2017 beim Dorschfang gemeinsam Auflagen beachten müssen. Nach der Quote für die Fischer wurde nun erstmals ein Tagfanglimit für die Angler verfügt. Seither wird viel diskutiert, hinterfragt und z.T. werden Bestimmungen auch wieder aufgeweicht. Ziel ist der Wiederaufbau des Dorschbestandes. Wir Angler meinen, dass diesem Ziel insbesondere der Schutz der Laichdorsche dient, und haben dafür eigene Vorschläge gemacht. Der Dorsch ist nicht nur Brotfisch der Berufsfischer und seit Jahrhunderten ein wichtiges Wirtschaftsgut der Ostsee, auch die Angler schätzen das weiße fettarme Fleisch des Dorschs.

Jedes Jahr fahren über 160.000 begeisterte Angler an die Ostseeküste, um dem Dorsch nachzustellen (über 60 % davon stammen nicht aus S-H oder M-V). Die wirtschaftliche Bedeutung der Angler ist längst nicht mehr von der Hand zu weisen. Etwa 118 Mio. € lassen sich die Angler ihre Ausflüge jährlich kosten. Aufsummiert aus Anfahrt und Unterkunft, Kutterfahrten und Köder, ergibt sich ein nicht zu verachtender wirtschaftlicher Wert von etwa 40-45 Euro für ein Kilo geangelten Dorsch.

Die Aussicht seit dem 1. Januar 2017 nur 5 Dorsche (bzw. 3 Dorsche vom 1.2. - 31.3.) pro Tag fangen zu dürfen, schreckt leider viele Anglerinnen und Angler ab.

Die Auswirkung des sogenannten „bag limits“ spüren die Betroffenen (Boot- Hausvermieter, Kutterkapitäne, Angelläden) bereits jetzt sehr deutlich. Zusätzlich drohen weitere Einschränkungen für Angler in Meeresschutzgebieten der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) in Nord- und Ostsee. Wirtschaftsgüter können durchaus schutzbedürftig sein, alleine dieses macht sie jedoch nicht zu Schutzgütern per se. Das BmUB versucht jüngst auf diese Weise eigene Belange begründen zu wollen. Der DAFV lehnt, sowohl aus naturschutzfachlicher, als auch aus wirtschaftlicher Sicht, diese Herangehensweise ab.

Der Dorsch ist weder ein Schutzgut der FFH Richtlinie noch wird er auf der Roten Liste für bedrohte Tier geführt (Februar-Newsletter EGOH). Und auch für den opportunistischen Schweinswal ist der Dorsch nicht die Nahrungsgrundlage (Januar-Newsletter EGOH). Den Schutz des Dorsches als Begründung für Angelverbote in FFH Gebieten der AWZ heranzuziehen, sieht der DAFV als wissenschaftlich nicht tragfähig an.

Natürlich ist der Dorsch eine prägende Fischart der Ostsee, die selbstverständlich auch in ausgewiesenen Schutzgebieten vorkommt, z.B. Fehmarnbelt LRT 1170 und LRT 1110, und für deren Bestandsaufbau wir uns einsetzen. Vom Bundesamt für Naturschutz werden jedoch hauptsächlich epibenthische Schwämme, Hydrozoen, Echinodermaten und Benthosgemeinschaften als lebensraumtypische Arten genannt. Der Dorsch wird hier nicht als prägendes Tier aufgeführt und er ist auch nicht in den Anhängen der Richtlinie gelistet. Der Dorsch ist demnach auch nicht ausschlaggebend für den bemängelten Zustand der genannten Lebensraumtypen.

Es bleibt hier also zu vermuten, dass der Dorsch aufgrund seiner Aktualität und seines medialen Interesses herangezogen wurde. Hiervor möchte der DAFV eindringlich warnen. Der Schutz der Ostsee in ausgewiesenen Gebieten ist wichtig, aber bitte vor Gefahren. Dazu zählt das Angeln als naturverträglichste Form des Fischens nicht.

A. Seggelke
Geschäftsführer des DAFV e.V.



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