Zukunftspapier
"DAV - mit 50 Jahren selbstbewusst und solidarisch in die Zukunft"
4. Interne Rahmenbedingungen
4.1. Mitgliederwerbung
4.2 Kinder- und Jugendarbeit
4.3. Sport
4.4. Internationale Arbeit
4.5. Landes- und Spezialverbände des DAV
4.6. Interne Kommunikation
4.7. Finanzen
Sie sind in den Überlegungen der Punkte 1 und 2 schon implizit behandelt worden. Die Frage ist, wenn wir uns auf ein Zukunftsprogramm einigen, sind wir dann mit unserer Arbeit so wie bisher in der Lage, diese Aufgaben zu bewältigen? Müssen nicht in den LV auch neue Strukturen greifen, die den Verband "schlanker" machen? Hält unsere Satzung diesem Innovationsschub stand?
4.1. Mitgliederwerbung
Dies ist natürlich eine ständige Aufgabe. Generell besteht die Gefahr der Überalterung unseres Verbandes, weil im Verhältnis zu den über 55-jährigen zu wenig zwischen 20 und 30 Jahren nachkommen, die dann noch in der Lage und willens sind, Verantwortung und Funktionen zu übernehmen. Mit dieser Situation muss sich das Präsidium einmal nach einer Analyse der Situation konkret befassen und Schlussfolgerungen diskutieren, denn 2005 stehen Neuwahlen im Präsidium an! Wissen wir, wie viel wir al-lein durch natürliches Ausscheiden wegen Überalterung verlieren?
Hinzu kommt, dass viele Bürger im besten Alter aus den neuen Bundesländern in die alten abwandern, darunter auch nicht wenige DAV-Mitglieder, die nun entweder arbeitsbedingt zu Hause keine Zeit mehr haben und in ihrem neuen Wirkungskreis keinen DAV-Ansprechpartner finden. Wenn diese Mitglieder aus unseren Vereinen herausgehen, was können wir da tun, um sie bei uns zu halten?
Der Dachverband hat zur Mitgliederwerbung generell relativ geringe Möglichkeiten, weil die konkrete Ansprache vor Ort, also in den Vereinen und durch die Vereine erfolgt. Die Hauptaufgabe des Dachverbandes besteht darin, im Sinne dieses Gesamtdo-kuments für beste Rahmenbedingungen für das Angeln zu sorgen. Auch hier spielt die Öffentlichkeitsarbeit wiederum die entscheidende Rolle. Weiterhin sind vor allem die Messen und das Internet ideale Möglichkeiten, Angler und Nichtangler direkt anzu-sprechen und sofort die Wirkung unserer Arbeit zu testen. Auch die Beilage im ESOX ist immer auch unter diesem Gesichtspunkt zu sehen.
Darüber hinaus sehen wir konkrete Möglichkeiten darin, dass der Dachverband die LV bei der Erarbeitung von zielgruppenorientierten Werbematerialien unterstützt, die dann als Muster auch den Regional-, Bezirks- und Kreisverbänden sowie Vereinen für ihre operative Arbeit zur Verfügung gestellt werden können. Hierfür sind die guten Erfahrungen in den einzelnen Landesverbänden zu nutzen. Es ist denkbar, dass wir hier noch Reserven haben, wenn wir die Ansprache an die Zielgruppen generalisieren, denn unsere Grundbotschaften sind gleich, die dann durch die Landesspezifika ergänzt werden müssten.
Die naheliegendste Zielgruppe für uns ist natürlich die der nicht organisierten Angler. Nach neuesten Untersuchungen sind das immerhin über zwei Millionen Bürgerinnen und Bürger!
Es gibt kein Patentrezept, die nichtorganisierten Angler für uns zu gewinnen. Dennoch müssen wir sie ansprechen. Hier eignen sich insbesondere Angelfachhändler und Ausbildungskurse. Aber die Reserven liegen dort, wo sie wohnen. Viele wissen nicht, was unser Verband bietet. Hier hilft nur direkte Ansprache durch die Mitglieder der Vereine. Denkbar sind hier:
- "Mitglieder-Tombola": Alle, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt Mitglied im DAV geworden sind, nehmen automatisch an einer Verlosung von Angelreise, Angelgeräten und Kursen teil. Also alles Dinge, die die Vereine und Verbände nichts oder nicht viel kosten.
- "Rabatte für Späteinsteiger": Alle, die z. B. im Oktober, November oder Dezember Mitglied werden und für das kommende Jahr ihre Beiträge bezahlen, erhalten für den Beitrag im Altjahr einen gestaffelten Rabatt.
- "Rabatte für Familien-Mitgliedschaften"
All diese Werbemittel müssen durch die Landesverbände "unterfüttert" werden.
Die althergebrachte Grenze von fünf bis sechs Prozent Frauen in den Anglerverbänden ist eine Hürde, die aktiv überwunden werden sollte. Damit haben wir Reserven bei der Mitgliedschaft von Frauen. Hier brauchen wir dringend Vorschläge, wie wir mehr Frauen und Mädchen für uns begeistern können, was auch unserer Vereins- und Verbandskultur insgesamt zugute käme.
Eine weitere Zielgruppe sind die Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion, die ja traditionell sehr eng mit dem Angeln verbunden sind. Was machen hier die Landesverbände? Was können wir hier voneinander lernen und eventuell verallgemeinern? Denn die Aussiedler brauchen Ansprache, weil ihr Verständnis für das Angeln oft weit von unseren Vorschriften abweicht. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von ausländischen Mitbürgern, die zumindest in Ballungszentren in z. B. landesspezifischen Vereinen zusammengefasst werden könnten, um so eine echte Heimat im DAV zu finden.
Was wissen wir über die soziale Struktur unserer Mitglieder? Die allgemeine Aussage, sie kommen aus allen Schichten der Bevölkerung, ist sicher so richtig, reicht aber nicht aus. Wo kommen vor allem die neuen Mitglieder her? Wen also müssten wir vor allem ansprechen? Weiter: Kommen sie vor allem aus dem ländlichen oder aus dem städtischen Raum? Hier können Statistiken der LV helfen.
Außerdem dürften wir weitere Aussagen über entsprechende wissenschaftliche Arbeiten erhalten, die wir fördern. Es ist ein großer Erfolg unseres Verbandes, dass wir in allen Bundesländern Landesverbände haben. Aber dies ist natürlich kein Ruhekissen und täuscht über Schwächen nicht hinweg. Auch hier sollten wir mit den Landesverbänden gemeinsam durch einen Fragespiegel genau analysieren, worin die Ursachen unserer Schwäche bestehen. Ist es objektiv die "Insellage" bestimmter Verbände, die sie hindert, eigene Gewässer zu pachten bzw. zu kaufen und zu bewirtschaften? Wie kann das in absehbarer Zeit mit vertretbarem Kraftaufwand geändert werden? Und wo und wie lohnt es sich, mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln neue Mitglieder zu werben? Was hat Rheinland-Pfalz, was andere Landesverbände nicht haben. Sind es dort außergewöhnlich günstige Bedingungen oder liegt es einzig und allein an der Führung des Verbandes? Was hält die Mitglieder in Thüringen ab, sich in einem Verband zusammenzuschließen? Oder wieso kommen unsere traditionellen Mitglieder nicht wieder zum DAV?
Dies und andere Fragen müssen wir erst beantworten, ehe wir konkret weiter denken und handeln können. Und sie sind zu beantworten, weil wir uns ohne Hast und Druck dazu die Zeit nehmen können. Auch hier ist eine gesonderte Arbeitsgruppe dafür denkbar, die durchaus externe Ergebnisse sammeln könnte (Auslobung einer Diplom-arbeit).
Momentan scheint es so zu sein, dass wir mit den bisherigen Methoden der Mitgliederwebung die Verluste - natürlich oder arbeitsbedingt u. a. - ausgleichen. Das wird aber mittel- bis längerfristig nicht ausreichen. Wenn wir die hier angedachten und weitere Reserven ausschöpfen, dann haben wir langfristig eine reale Chance zum Mitgliederzuwachs. Hier sollten wir die Erfahrungen jener Landesverbände, die Zuwachs haben, wie Berlin und Sachsen-Anhalt, gründlich aufbereiten und verallgemeinern.
4.2. Kinder- und Jugendarbeit
Der gesamte Verband hat viel für die Kinder- und Jugendarbeit getan, auch durch die Abwehr des Ansinnens des Tierschutzbundes, Kindern bzw. Jugendlichen unter 16 Jahren das Angeln nicht zu gestatten. Der Jugendbeirat arbeitet sich ein und kann auf erste Ergebnisse verweisen gemäß der einfachen Losung "Wir sind für euch da!" bzw. "Angeln ist schau, denn Angeln macht schlau!" Sicher sind Kinder und Jugendliche mit immer mehr Freizeitangeboten konfrontiert und von immer mehr Freizeitangeboten auch verführt, die z. T. nicht wenig Geld kosten. Nicht umsonst sind sie eine bevorzugte Zielgruppe der Werbeindustrie.
Wir bieten ihnen aber nicht so sehr viel als Alternative, sondern mehr als eine mögliche Ergänzung ihrer ohnehin Reizüberflutung das Abenteuer Natur. Hier hebt sich das Angeln und die sportliche Betätigung in der Gemeinschaft allerdings positiv von vielen anderen "Angeboten" ab. Denn es vermittelt in der Gemeinschaft auch ein Zusammengehörigkeitsgefühl und trägt zur Achtung vor der Leistung der Älteren und auch der Besseren sowie zur Reaktionsschnelligkeit und Geduld bei. Das sind gute und starke Argumente in einer immer mehr vertechnisierten und virtuellen Welt. Hier sollten wir uns an das Gutachten über das Angeln von Kindern erinnern. Wenn das Hand-buch für die Jugendwarte fertig ist, müssen wir damit stark in die Öffentlichkeit gehen.
Es sei noch einmal auf die Berliner Gesetzgebung verwiesen, wo es heißt:
"Der Jugendfischereischein berechtigt in Verbindung mit einer Angelkarte, einer Mitgliedschaft in einem Anglerverein und einem Nachweis über die sachkundige Einweisung durch den Inhaber eines Fischereischeins A oder B zum Gebrauch der Friedfischangel."
Wir sollten geduldig und unablässig darauf hinwirken, diese Regelung zumindest in den Ländern einzuführen, wo wir stark sind. Denn dann können wir die Kinder bzw. Jugendlichen, die zu uns kommen, so begeistern, dass sie auch bleiben. Weil wir ihnen das Angeln sachkundig nahe bringen. Dann können wir ihnen die Natur begreifbar machen und unseren Gegnern Argumente entziehen.
Doch dies ist eine große Herausforderung an die Vereine und wertet sie zugleich auf. Es ist an der Zeit, die ersten Erfahrungen aus Brandenburg mit den Angelschulen bzw. aus ähnlichen Projekten in anderen Landesverbänden bekannt zu machen und zu diskutieren. Dann, wenn der Nutzen für die Schüler nachweisbar ist, wäre zu überlegen, sich direkt mit den Bildungsministerien in den Ländern in Verbindung zu setzen und dies alles in enger Zusammenarbeit mit dem Staat weiter im Rahmen von Projektwochen z. B. zu führen. Vielleicht wäre "Angelschulen für Kinder - Nutzen und Perspek-tiven" auch ein Thema für eine mögliche Diplomarbeit an einer pädagogischen Hoch-schule.
4.3. Sport
Der klassische Angelsport - Vielseitigkeit, Castingsport und Meerescasting - ist unverzichtbarer Teil der Verbandskultur. Seine werbende Wirkung für das Angeln muss verstärkt werden. Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass wir absolute Weltklassesportler haben, die man hierzulande nicht kennt. Warum sollten unsere Castingsportler nicht auch in einer TV-Sportsendung über ihren Sport berichten?
Die Weltklasseleistungen unserer Sportlerinnen und Sportler finden internationale Anerkennung, sie mehren somit das Ansehen Deutschlands in der Welt. Dies sollten wir der Politik und den Medien bei geeigneter Gelegenheit durch genaue Zahlen von Rekorden und Medaillen deutlich machen. Die Träger dieses Sports sind die Landesverbände. Auch hier haben wir selbst noch Möglichkeiten, mehr für die Akzeptanz zu tun.
In der Nachwuchssicherung müssen weiter große Anstrengungen unternommen werden. Um die dafür notwendigen Geldmittel aufzubringen, sollte sich der DAV auf das Einwerben von Sponsorengeldern auf den Sport konzentrieren. Dem VDSF sollte der Vorschlag unterbreitet werden, eine gemeinsame Casting-Kommission zu bilden, die ein Zukunftsprogramm für diesen Sport ausarbeitet, an dem beide Verbände gleichberechtigt beteiligt sind.
Bei aller Betonung des Castingsports hat sich aber nichts an unserer Grundhaltung geändert, dass auch das Angeln sportliche Elemente enthält, wobei es aber keinen Sport mit dem Fisch darstellt.
4.4. Internationale Arbeit
Generell ist zu sagen, dass der DAV nach seiner Neuformierung 1990 international an Ansehen weiter gewonnen hat. Wir sind somit weiterhin ein geachtetes Mitglied der internationalen Anglergemeinschaft. Der DAV ist seit 45 Jahren Mitglied der C.I.P.S., hat hier durch die Arbeit unserer Vertreter Anerkennung erworben. Nach wie vor muss der DAV darum kämpfen, dass die DAV-Caster auch wieder als DAV-Caster starten dürfen.
Ebenso arbeiten DAV-Repräsentanten von Anfang an aktiv in der EAA mit. Deshalb sind wir seit ihrer Gründung im Jahre 1994 dort Mitglied.
Wir haben traditionelle und gute Beziehungen zu Verbänden anderer Länder, die beibehalten bleiben müssen. Aber dennoch müssen auch ähnliche Überlegungen angestellt werden, wie zum Verhältnis Landesverbände und Dachverband, nur ein oder zwei geografische Stufen höher. Was vereint alle Verbände, wo haben sie die gleichen Probleme, wo können sie und müssten sie also ihre Kräfte bündeln? Worin bestehen nationale Besonderheiten und welche Ursachen haben sie? Warum ist das Verhältnis zwischen Tierschützern und Anglern gerade in Deutschland so gespannt? Wieso ist das in England beispielsweise nicht so? Welche historischen Unterschiede spielen da eine Rolle? Sind dort, wo die Konflikte nicht so existieren oder generell das Image des Angelns nicht so problematisch ist wie bei uns, die Angelgegner toleranter oder gelingt es dort besser, sie vom Nutzen des Angelns zu überzeugen oder beides? Generell also, wo sind wir schwach und warum, wo sind wir stark und warum? Wie ist das in anderen Ländern?
Solche und ähnliche Fragen müssen wir uns nach und nach beantworten, um dann als DAV gezielt mit Stellungnahmen und Positionen eine internationale Diskussion pro Angeln in Gang zu setzen oder mit unseren Erfahrungen zu befruchten, wie das mit dem Positionspapier zum internationalen Gewässerschutz oder der EAA-Resolution zum Kinderangeln bereits getan wurde.
Wir haben gute Umfrage-Ergebnisse, wir haben hervorragende Wissenschaftler, wir können also in die internationale Anglerfamilie einiges einbringen. Das betrifft auch die Teilnahme an wissenschaftlichen Unternehmungen, Projekten, Konferenzen usw. auf internationaler Ebene, denn nur hier können wir Weichen stellen, die uns national dann helfen, Probleme zu lösen. Hier sollten wir Motor für internationale Debatten in Europa oder in der Weltföderation sein, denn das hat dann langfristig auch einen politischen Effekt.
4.5. Landes- und Spezialverbände des DAV
Der eingeschlagene Weg, in jedem Bundesland nur einen Landesverband des DAV zu bilden, hat sich bewährt. Aus diesem Grunde ist auch in Thüringen alles im Rahmen der Verantwortung und der Möglichkeiten des Bundesverbandes zu unternehmen, die DAV-Angler zu vereinen. Ebenso ist es richtig und notwendig, dass sich die DAV-Verbände mit den Berufsfischer-Verbänden auf Landesebene zusammenschließen.
Heute verfügt der DAV mit seinen Spezialverbänden (DMV, HAD, RFC, RFK und PSVD) über geachtete Partner und Interessenvertreter, die ihre speziellen Aufgaben mit Erfolg gegenüber und in der Gesellschaft wahrnehmen. Auch sie sind im Rahmen der vorhandenen Ressourcen weiter durch den Bundesverband zu fördern.
4.6. Interne Kommunikation
Als Verband stehen wir hier vor einem Widerspruch: Einerseits wächst mit den Aufgaben die Notwendigkeit, intern enger zu kommunizieren. Andererseits werden unsere personellen und finanziellen Ressourcen nicht größer. Wie ist der Widerspruch zu lösen? Wir müssen es wohl lernen, dass der Dachverband sich nur noch mit strategischen Aufgaben befassen kann und ihn von Aufgaben, die auf Ebene eines Landes- oder Spezialverbandes gelöst werden können, entlasten.
Die strategischen Aufgaben sind in diesem Dokument genannt. Wenn darüber Einigkeit herrscht, dann müssen Wege gegangen werden, diese in einem größeren Rahmen zu diskutieren. Deshalb sollten die Klausurtagungen ab 2003 wieder alle zwei Jahre durchgeführt werden. Wir brauchen so ein Forum, denn auch das Präsidium, der Ver-bandsausschuss und die Hauptversammlung sind eher für Rechenschaft geeignet als für problemorientierte Diskussionen. Diese Aufgabe kann deshalb eher durch die Klausurtagung geleistet werden.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass die Präsidiumsmitglieder ihre Kompetenzen ausschöpfen und auf ihrer Ebene mit ihren Partnern bzw. mit einzelnen Vorständen von Landes- bzw. Spezialverbänden quasi als Paten selbständig Probleme erörtern und Entscheidungen vorbereiten. Daneben ist durch die Landes- und Spezialverbände selbst der Verbandsausschuss mit seinen Aufgaben und Befugnissen zu nut-zen und seine koordinierende Verantwortung zu stärken.
Ein dritter Weg ist die schon angefangene Berufung von Arbeitsgruppen ( z. B. Castingsport, Finanzen, Geschichte, Gewässerbeirat oder Jugendbeirat), die dann
ebenfalls selbständig unter der Leitung der berufenen Vorsitzenden arbeiten.
Ein vierter Weg wäre der schon vorgeschlagene "Präsidententag", wo eben die Vorsitzenden der Vereine mit dem Präsidium zusammenkommen. Dieser Tag könnte ggf. jedes zweite Jahr im Rahmen der Klausurtagung stattfinden. Kurzum: Die Arbeit muss sich auf breitere Schultern verteilen, die Verantwortlichen müssen selbständiger arbeiten, ihre Kompetenzen ausschöpfen.
Im Endeffekt müssen wir einer immer wieder aufkommenden Stimmung entgegenwirken, die eine Kluft zwischen Verein- und Kreisverband, Kreis- und Landesverband sowie Landesverband bzw. Spezialverband und Dachverband aufreißt nach dem Mot-to: "Ich möchte mal wissen, was die da oben machen, wir haben doch hier die ganze Arbeit". Denn dies ist der Nährboden von Unzufriedenheit und Misstrauen und dies wiederum ist der Anfang vom Ende der Solidarität, unserer traditionellen Stärke als Verband.
4.7. Finanzen
Die Aufwendungen für das Verbandsleben werden objektiv immer höher, die allgemeinen finanziellen Rahmenbedingungen hingegen immer schlechter. Der Finanzbedarf des Verbandes wird allein inflationsbedingt größer, um die schon jetzt nötigen Aufgaben absichern zu können. Beitragserhöhungen sind nur mittelfristig bei entsprechender rechtzeitiger Begründung möglich und durchsetzbar. Sie sind für den DAV aber nicht das Mittel der Wahl! Daher sollte eine Arbeitsgruppe (unter Einbezie-hung der Revisoren) nach Alternativen suchen, wie und wo Einsparungen mach-bar sind und wo zusätzliche Geldmittel beschafft werden können.
Es gibt dazu in den nächsten Jahren keine Alternative. Momentan kann niemand sagen, dass hier alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Wahrscheinlich kennen wir diese Möglichkeiten nicht alle, z. B. das ganze Fördermittelarsenal in den Ländern, dem Bund und auf EU-Ebene. Hier kann auch an gemeinsame Projekte mit anderen Verbänden gedacht werden.
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