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Deutscher Anglerverband und NaturFreunde (D) nehmen Stellung: Die Zyanidkatastrophe


ENDLICH, endlich ist es hier in Europa passiert. Was? Die Zyanidkatastrophe von Baia Mare, die Verseuchung eines Flusses, der durch verschiedene Länder fließt und schließlich im einzigartigen Donaudelta mündet. Aber wieso ENDLICH; sind die Kerle total verrückt?

Nein ENDLICH steht dafür, daß in Europa ENDLICH unsanft auf ein gravierendes Problem aufmerksam gemacht wird, das in vielen Entwicklungsländern (auch in Europa) ein tägliches Problem ist, nämlich der Raubbau der Goldminengesellschaften an der Natur und an den dort lebenden Menschen. Die FIAN (Food First Informations- & Aktions-Netzwerk) schreibt dazu:

"Agrarland, Fischbestände und Regenwälder werden vernichtet, UreinwohnerInnen vertrieben, ,Sicherheits`-Personal der Minen oder Söldner foltern oder ermorden AnwohnerInnen; soziale Konflikte bis hin zu blutigen Bürgerkriegen entstehen. Dies sind einige der Folgen des modernen Goldbergbaus. Das Wasser der Theiß wurde so stark durch die mit Zyanid und Schwermetallen verseuchten Abwasser aus der Goldgewinnungsanlage Aurul vergiftet, daß über Jahre nicht wieder an eine natürliche Nutzung des Flusses gedacht werden kann. Sowohl die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung als auch die Fischbestände des Flusses sind damit gefährdet. Die Fischer der Region sind in ihrer Existenz bedroht." (Ende des Zitats)

Wir können hier nur jeden ermutigen, sich die homepage der FIAN einmal genauer anzuschauen. Es werden katastrophale soziale Hintergründe zum gelben Metall und zur Zerstörung der Natur geboten http://www.fian.de.

Wer weiß schon, daß für ein Gramm Gold mehr als ein Kubikmeter Gestein zermahlen und mit Kalium- oder Natriumcyanid nach der Methode von Bödländer (1896) ausgelaugt wird. Diese Cyanid- und schwermetallhaltige Lauge wird in gigantischen Teichen unter offenem Himmel aufbewahrt. Wer weiß schon, daß Berge eingeebnet, Täler aufgefüllt, Menschen vertrieben, erniedrigt und vergiftet werden.

Wer weiß schon, daß 99,9999 Prozent der Fördermenge als Abfall zurückbleiben? Wer weiß schon, daß für ein Paar Eheringe im Garten des Hochzeitspaares, sofern er goldhaltig wäre, ein Loch von zwei Metern im Quadrat und vier Metern Tiefe gegraben werden müßte? Wer weiß schon, daß die Halbwertszeit von HCN (Blausäure) 267 Tage beträgt? Das heißt, alle 267 Tage wird die Konzentration des Cyanides halbiert. Die Halbwertszeit des Natriumcyanides, das im Goldbergbau verwendet wird, schätzt man auf 1 bis 2 Jahre.

Wer weiß schon, daß jährlich 20.000 Tonnen Cyanid in die Atmosphäre emittiert werden? Wer weiß schon, daß nicht nur die Cyanide, sondern auch Tonnen von Schwermetallen die Theiß hinunter treiben? Wer weiß schon, daß diese Schwermetallcyanide viel toxischer als die "eigentlichen" Cyanide sind?

Es sind nicht nur die vielen Tonnen toter Fische in der Theiß und in der Donau, die Katastrophe Goldbergbau ist viel schlimmer als das, was wir jetzt offensichtlich sehen.

Wir fordern deshalb hiermit alle Mitglieder der NaturFreunde Internationale und darüber hinaus auf, sich mit uns und der Umwelt zu solidarisieren und gegen die Profitinteressen dieses zerstörerischen Goldbergbaus zu protestieren, nicht nur der Fische wegen, sondern auch den Menschen in Guyana, West-Papua, Kolumbien, den Philippinen, Peru, der Türkei, in Ungarn und Rumänien oder im indonesischen Kalimantan zuliebe ...


Dr. Thomas Meinelt und Erich Hobusch
für den Fachbeirat "Gewässerökologie" des DAV und der NF


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