DAV Nachricht 04/2005

Bonn, 19. Mai 2005


Offener Brief zum Schutz des Europäischen Aals


(Anguilla anguilla)

Sehr geehrter Herr Mikulin,

Bundesminister Jürgen Trittin lässt Ihnen für Ihr Schreiben vom 23. April 2005, in dem Sie auf die Gefährdung des Europäischen Aals hinweisen und Vorschläge zu seinem Schutz unterbreiten, danken. Er hat mich gebeten, Ihnen zu antworten.

Wie Ihnen bekannt sein wird, hat die Europäische Kommission bereits im Oktober 2003 eine Mitteilung zur "Entwicklung eines gemeinschaftlichen Aktionsplans zur Bewirtschaftung des Europäischen Aals" vorgelegt. Diesen Ansatz begrüße ich ausdrücklich, da ein wirksamer Schutz des Europäischen Aals aufgrund seiner Biologie und der vielen Faktoren, die seinen Rückgang bewirkt haben, nur auf gesamteuropäischer Ebene sinnvoll ist.

Der Aktionsplan ist in der EU-Fischereiarbeitsgruppe intensiv und kontrovers diskutiert worden. Die Bundesregierung hat dabei zum Ausdruck gebracht, dass ein Ansatz wichtig ist, der beispielsweise Sofortmaßnahmen aller Lebensstadien umfasst. Unter Berücksichtigung der Beiträge der Mitgliedstaaten bereitet die Europäische Kommission nunmehr eine revidierte Fassung vor. Die Bundesregierung ist dabei mit der Europäischen Kommission im Gespräch, um ihre spezifischen Anliegen deutlich zu machen.

Zur Situation des Aals in Deutschland und den Ansätzen der Bundesregierung zu seinem Schutz weise ich auf die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage zur "Zukunft von Aalzucht und Aalfischerei in Deutschland" hin, die ich als Anlage beifüge. Ich versichere Ihnen, dass mir der Schutz des Aals gerade auch aus naturschutzfachlicher Sicht besonders wichtig ist. Sollten sich neuere Entwicklungen ergeben, werde ich Sie gerne darüber informieren.

Mit freundlichen Grüßen

Jochen Flasbarth
Leiter der Abteilung Naturschutz und nachhaltige Naturnutzung
im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit


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