Bernd Mikulin feierte am 23. Januar 2007 seinen 65. Geburtstag Anlässlich des 65. Geburtstages von Bernd Mikulin waren zahlreiche in- und ausländische Gratulanten nach Dresden gekommen. Unter ihnen waren Holger Ortel, MdB, der Sächsische Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Stanislaw Tillich, der Präsident des Polnischen Anglerverbandes Eugeniusz Grabowski, der Vizepräsident des Tschechischen Anglerverbandes, der Präsident des Verbandes der Deutschen Kutter- und Küstenfischer Norbert Kahlfuß, der Präsident des Verbandes der Deutschen Binnenfischer Dr. Christian Proske sowie Dr. Wolfgang Stiehler, Präsident des Sächsischen Landesfischereiverbandes. Neben den Vizepräsidenten Prof. Dr. Werner Steffens und Hans Kemp, die die besten Wünsche des DAV-Präsidiums überbrachten, taten dies weitere Vertreter der Berufs- und Angelfischer aus Bundes-, Landes- und Vereinsebene. Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Peter Harry Carstensen, Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer und DFV-Präsident Martin Brick würdigten die Arbeit des DAV-Präsidenten zuvor in Glückwunschschreiben.
Bernd Mikulin wurde am 23. Januar 1942 in Radebeul bei Dresden geboren, er durchlief die Schulausbildung bis zum Abitur und studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin Rechtswissenschaften. Mikulin ist verheiratet, er hat zwei Töchter und drei Enkel.Er ist seit dem Jahre 1952 organisierter Angler. Von Vereins- bis Weltverbandsebene bekleidete Bernd Mikulin ehrenamtliche Funktionen bzw. ist darin bis heute tätig.Am 21. April 1990 wurde er in einer freien und demokratischen Wahl zum Präsidenten des Deutschen Anglerverbandes gewählt.Zielstrebig verfolgte er die Neuformierung des Anglerverbandes auf der Basis der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unseres Landes.Unter seiner Leitung stand die Bildung der Landesverbände in allen Bundesländern.Heute sind im DAV rd. 220.000 Anglerinnen und Angler organisiert, die durch 17 Landes- bzw. Regionalverbände sowie 5 Spezialverbände vertreten werden.Von 1990 bis zum Jahre 2006 war B. Mikulin mit eigenem Geschäft als Angelgerätefachhändler in Dresden tätig und erlebte so sehr basisorientiert die Wünsche bzw. Hoffnungen der Anglerschaft.Besonderes Augenmerk in seiner Arbeit richtete er auf die ökologischen und sozialen Aspekte des Angelns. So entstanden unter seiner Präsidentschaft u.a. folgende Positionspapiere des Verbandes, die einen nachhaltigen Schutz der Umwelt, aber auch eine ökologisch sinnvolle Nutzung durch das Angeln festschrieben:
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Hier sei nur auf einige Grundgedanken verwiesen, die zugleich die großen Leistungen von Bernd Mikulin für die Natur, aber auch für das Gemeinwohl dokumentieren. Er setzte es durch, dass der DAV als erster Anglerverband in Europa einen für alle Mitglieder gültigen Ehrenkodex in Kraft setzte. Angesichts der Tatsache, dass in unserer zunehmend technisierten Welt der Natur- und Umweltschutz, darin eingeschlossen die Erhaltung, Pflege und Bewirtschaftung der Gewässer, und somit das Angeln objektiv und das subjektive Verhalten jedes Anglers eine immer größere Bedeutung gewinnen, stellt der Ehrenkodex ein wichtiges Bindeglied der organisierten Anglerinnen und Angler untereinander, aber auch zur Natur und zur Gesellschaft dar. Diesem Gedanken folgend fand der Ehrenkodex seitdem u. a. Eingang in ähnliche Beschlüsse bzw. Überlegungen ausländischer Anglerorganisationen.
- Daneben setzte sich Mikulin gerade auch mit den „Überlegungen des Deutschen Anglerverbandes zur Lage und Interessenvertretung insbesondere seiner arbeitslosen Mitglieder“ für das Fortbestehen der Angelmöglichkeiten für arbeitslose Bürgerinnen und Bürger ein.
Darüber hinaus gelang es ihm, durch die gezielte Ansprache unter dem Motto „Deutschland und kein Europagedanke beim Angeln“ auf das Problem der höchst eingeschränkten Möglichkeiten für die legale Vergabe von Angelkarten an angelwilliger Urlauber aus dem Ausland hinzuweisen und für eine schrittweise Normalisierung zu wirken. Gleiches gilt für seinen Einsatz zur weiteren undogmatischen Verwendung des Setzkeschers.
Ebenso vehement setzte und setzt sich Bernd Mikulin für die Entwicklung und Förderung des Castingsportes ein. So fallen in seine Amtszeit die Einführung des Supercastings und des Distanzwerfens der Meeresangler.
- Außerdem ist es B. Mikulin durch seine integrative Arbeit gelungen, den gemeinsamen Angelgewässerfonds fortzuführen.
Zu den sozialen Errungenschaften des DAV gehört neben den relativ geringen Mitglieds- und Angelkartengebühren vor allem dieser Gewässerfonds. Zu DDR-Zeiten konnte ein DAV-Angler in jedem DAV-Gewässer auf dem gesamten Territorium ohne zusätzliche Gebühren angeln. Dieses Faustpfand hat der DAV unter den neuen Bedingungen nach der Einheit bewahrt. Dabei pachten und bewirtschaften vom Prinzip her nicht die Vereine ein bestimmtes Gewässer (heute immerhin 50.000 Hektar Seen, Weiher, Flüsse und Bäche), sondern der jeweilige Landesanglerverband. Damit kann er eine effektive und ökologisch sinnvolle Bewirtschaftung auf der Grundlage guter fachlicher Praxis gewährleisten.
Es ist außerordentlich interessant, festzustellen, dass sich das „alte“ DAV-Konzept der Freizügigkeit des Angelns durch den gemeinschaftlichen Angelgewässerfonds auch unter marktwirtschaftlichen Bedingungen bewährt hat. Das ist ökonomisch und sozial eine innovative Leistung, die überhaupt noch nicht unter diesem Gesichtspunkt gewürdigt wurde. Zugleich ist das auch eine kulturelle Leistung, denn der DAV hat mit seinem Konzept und seinem Selbstverständnis die Angelkultur in Deutschland wesentlich bereichert.
Neben dem entschiedenen Einsatz für den Gewässer- und Umweltschutz war es ein hohes Anliegen von Bernd Mikulin, eine rückhaltlose Verständigung von Berufs- und Angelfischern zu erreichen. Aus diesem Grunde engagierte er sich in Sachsen als Vizepräsident im Landesfischereiverband, der die Vereinigung aller Angler und Berufsfischer im Freistaat darstellt. Schließlich ist es ihm gelungen, den DAV in den Deutschen Fischerei-Verband zu führen, der gemäß seiner Satzung die Union aller Berufs- und Angelfischer, der Binnenfischerei, der Fischzucht, der See- und Küstenfischerei und der Fischereiwissenschaft darstellt. Damit ist ihm im September 2001 ein Einigungsprozess geglückt, auf den seit der Wiedervereinigung unseres Landes alle Berufs- und insbesondere die Angelfischer gewartet hatten.
- Für sein Engagement zum Wohle des Angelns, der Natur und des Gemeinwohls wurden Bernd Mikulin zahlreiche Auszeichnungen verliehen. Die für ihn bisher wohl höchste staatliche Auszeichnung erhielt er am 4. Januar 2004 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande.
- Unter der Leitung des Jubilars hat die Solidargemeinschaft DAV schon viel erreicht; doch es bleiben B. Mikulin noch genügend Visionen, um auch zukünftig eine ideenreiche Arbeit für die Anglerinnen und Angler in Deutschland und Europa zu leisten. Es sei hier nur an die längst überfällige Entbürokratisierung und Harmonisierung der deutschen Fischereigesetzgebung auf einem anglerfreundlichen Niveau und ein europaweites Kormoranmanagement gedacht.
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