Wer oder was ist die V6-Gruppe der Angler?

Frage

Während meines Angelurlaubs in Ungarn hörte ich etwas von einer Visegrad- bzw. V6-Gruppe, die uns Anglern das Hobby erleichtern will. Können Sie mir dazu etwas sagen?


Antwort

Es ist nicht verwunderlich, dass Sie gerade in Ungarn etwas über diese Initiative gehört haben. Im Ort Visegrad, in der Nähe von Budapest, wurde diese Kooperation ins Leben gerufen.

Kürzlich bestätigten die Vertreter der Teilnehmer eine entsprechende Erklärung zur Zusammenarbeit. Gern geben wir Ihnen diese zur Kenntnis:



Erklärung des Forums der europäischen Zusammenarbeit der Angler (V6)



Der Tschechische Anglerverband (CRS), der Polnische Anglerverband (PZW), der Ungarische Landesverband der Angler (MOHOSZ), der Deutsche Anglerverband (DAV), der Slowakische Anglerverband (SRZ) und der Verbande der Österreichischen Arbeiter-Fischerei-Vereine (VÖAFV) haben anlässlich der Beratung ihrer Vertreter in Breclav (Tschechien) nochmals die Absicht zum Ausdruck gebracht, dass diese mitteleuropäischen Anglerverbände zusammenarbeiten wollen und dabei offen für weitere Interessierte sind. Dabei wollen sie neue Orientierungen und neue Formen umsetzen, die ganz praktische und positive Effekte für das Angeln ihrer Mitglieder haben sollen.

Die Anglerverbände der genannten sechs Länder wollen basierend auf ihren Traditionen und ähnlichen Erfahrungen langfristig die Möglichkeit des waidgerechten Angelns bewahren und die Entwicklung der diesbezüglichen Bedingungen sichern. Durch die EU-Mitgliedschaft bietet der Angel-Tourismus eine noch breitere Perspektive, die gegenseitig entfaltet werden kann, wobei die unterzeichnenden Länder auch gemeinsam gegen die das Angeln gefährdenden Faktoren auftreten werden.

Um dies zu erreichen,


streben die Länder danach, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln die Entfaltung des Angel-Tourismus zu fördern und die Bedingungen dafür grundlegend zu erleichtern. Außerdem soll alles bei den Gesetzgebern und zuständigen Rechtsorganen unternommen werden, um die Bedingungen des Angelns in den einzelnen Ländern füreinander leichter zu gestalten und nicht zuletzt die gegenseitige Anerkennung der Anglerdokumente erreicht werden.
streben die Länder danach, den regelmäßigen Erfahrungsaustausch der eigenen Fachleute in allen solchen Fragen, die die Zusammenarbeit fördern bzw. wo ein gegenseitiges Interesse vorhanden ist, zu sichern, wobei die Themen wie das Anglerrecht, private Angelteiche, Umwelt- und Gewässerschutz, die Fischereiwirtschaft, der Fischschutz und der Kampf gegen das illegale Angeln eine besondere Rolle spielen.
streben die Länder danach, dazu beizutragen, dass die Jugend mehr an die Natur herangeführt wird und diese schützt. Dies soll durch konkrete Maßnahmen unterstützt werden, damit sowohl das Freizeit- als auch das Sportangeln popularisiert wird. Dazu sollen insbesondere gegenseitige Jugendlager und internationale Begegnungen dienen.
bieten die Verbände einander entsprechende Möglichkeiten an, um in ihren Zeitschriften und Publikationen über die gegenseitigen Angelmöglichkeiten zu berichten. Außerdem werden die Publikationen gegenseitig ausgetauscht.
streben die Verbände danach, in internationalen Organisationen, insbesondere im Weltanglerverband (C.I.P.S.), dessen Unterstützung sie für wichtig halten, die Interessen der Anglerinnen und Angler durch gemeinsame Standpunkte zu vertreten. Damit soll zugleich der Zusammenhalt der Anglerverbände gefördert werden.

Die Zusammenarbeit der Anglerverbände der sechs Länder wird auf den mindestens zweimal jährlich abgehaltenen Konsultationen der Führungskräfte abgestimmt.

Die Unterzeichnenden dieser Erklärung sind sich einig, dass ihre Zusammenarbeit die Beziehungen zu anderen Anglerverbänden bzw. internationalen Organisationen keineswegs stören kann. Gleichzeitig wird auch die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass die Organisationen anderer Länder an dieser Zusammenarbeit teilnehmen können.

Visegrad, den 22. Juni 2005

In der Präambel sowie in den Punkten 2 und 4 am 6. Juni 2007 in Breclav neu gefasst.

Es folgen die Unterschriften von Petr Semeniuk, Präsident des CRS, Eugeniusz Grabowski, Präsident des PZW, Ferenc Szalay, Exekutiv-Präsident des MOHOSZ, Bernd Mikulin, Präsident des DAV, Rudolf Harvanek, Präsident des SRZ, und Dr. Peter Kostelka, Präsident des VÖAFV.

Das nächste Treffen findet am 21. September 2007 in Prag statt.


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