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Hochwasser

Positionspapier des DAV zum Hochwasser


"Die Natur kennt keine Katastrophen, Katastrophen kennt allein der Mensch, sofern er sie überlebt!"

(Max Frisch, Schriftsteller und Philosoph, 1911-1991)

Hochwässer sind Folgeerscheinungen außergewöhnlich hoher Niederschlagsmengen und Bestandteil chaotisch-katastrophaler Naturereignisse, die sich in unregelmäßigen Zeitabschnitten wiederholen. Die Reflexion auf monokausale Hochwasserursachen, wie die CO2-Emmission mit dem Versuch der Schuldzuweisung an Einzelne ist kurzsichtig und von den politischen Interessen bestimmter Lobbyisten geprägt.

Hochwasser gibt es auf der Erde, seit Wasser fließt und wird es auch immer geben. Es wird von bestimmten Gruppierungen jedoch der Eindruck vermittelt, dass, würde der Mensch seinen Einfluss auf die Natur wieder zurücknehmen, es auch keine Hochwässer solch katastrophalen Ausmaßes mehr gäbe. Diese Betrachtungsweise ist nicht ökologisch und als falsch zurückzuweisen! Ob und in welchem Maße ein Naturereignis wie ein Hochwasser für Menschen zu einem katastrophalen Ereignis wird, ist jedoch von ihrer Einflussnahme auf die Natur determiniert.

In der Vergangenheit wurden und in der Gegenwart werden von der Gesellschaft große Fehler beim Umgang mit der Natur begangen, die in Zeiten extremer Naturereignisse katastrophal zu Tage treten. Einige dieser Fehler sollen hier in diesem Papier aus der Sicht der Angler des DAV exemplarisch und ohne den Anspruch der Vollständigkeit aufgezeigt werden.

Hochwässer entstehen nicht im Fluss, Hochwässer entstehen im Einzugsgebiet der Flüsse, sind ein Teil des natürlichen Wasserkreislaufes und werden natürlicherweise durch langanhaltende Niederschläge sowie durch Schmelzwässer verursacht. Hochwässer schafften einst die fruchtbaren Gebiete zwischen Euphrat und Tigris, am Nil, aber auch an Oder, Elbe und Rhein.

Weshalb wird dann heute Hochwasser zunehmend zur Bedrohung, warum steigen Hochwässer heute schneller und höher als in vergangenen Zeiten? Warum werden die Hochwasserspitzen immer höher? Warum sind die Schäden immer größer? Für diejenigen, die es noch immer nicht wissen oder wissen wollen, diese Auswirkungen sind hausgemacht, anthropogenen also menschlichen Ursprungs!

Warum werden z. B. Häuser immer noch bis direkt an die Bäche und Flüsse gebaut, städtische und landwirtschaftliche Flächen zunehmend versiegelt. Bewirtschaftungsfehler und Monokulturen in der Land- und Forstwirtschaft begünstigen einen schnellen oberirdischen Abfluss der Niederschläge und verschärfen die Hochwasserspitzen. Eine kurzsichtige intensive Landwirtschaft bis an die Gewässerufer unterstützt diese Effekte ebenfalls.

Bäche und Flüsse wurden und werden immer noch wider besseres Wissen begradigt, eingetieft und damit deren Anbindung an die Auen zerstört, womit die Wasserrückhaltekapazität extrem verringert wird. Immer noch werden Flüsse den Bedürfnissen der Schifffahrt und nicht Schiffe den Flüssen angepasst. Moore und Sümpfe wurden und werden trockengelegt, Feuchtwiesen melioriert. All dies verringert den Wasserrückhalt der Einzugsgebiete und begünstigt extreme Hochwasseramplituden.

Es ist deshalb für uns unverständlich und für die Hochwasserprävention kontraproduktiv, warum Projekten zum Ausbau von Flüssen für die Binnenschifffahrt immer noch statt gegeben wird. Es ist weiterhin unverständlich, warum immer noch Fließgewässer querverbaut und ökologisch degradiert werden, um einige wenige, sehr fragwürdige Kilowatt sogenannten "ökologischen Wasserstroms" zu erzeugen.

Wohl um die Hochwässer wissend, wurden in den letzten Jahrhunderten die Flüsse mehr oder weniger effizient eingedeicht. Nicht nur durch wissenschaftliche Untersuchungen, auch durch das letzte verheerende Hochwasser wird jedoch deutlich, dass extremen Niederschlagsmengen oder Schneeschmelzen Raum zur Ausdehnung gegeben werden muss, um die Hochwasserspitzen effektiv zu kappen.

Wir fordern deshalb von der Bundesregierung: