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 | DAV Grußwort zur HAVEL |
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Berlin,22.3.2004
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Sehr geehrter Herr Minister Birthler, sehr geehrte Abgeordnete, meine Damen und Herren,
es ist mir eine große Freude, Ihnen die herzlichen Grüße des Deutschen Anglerverbandes und seiner Mitglieder zu überbringen.
Die Organisatoren der heutigen Veranstaltung hätten keinen besseren Ort als Fürstenberg für die Proklamation finden können. Diese Stadt, gelegen auf drei Inseln und unmittelbar an der Schnittstelle von Brandenburg und Mecklenburg, unweit von Berlin und der Grenze zu Polen, ist geradezu geschaffen, für die Havel zu sprechen.
Diese strategischen Vorteile erkannten bereits im 12. Jahrhundert die Markgrafen von Brandenburg und errichteten hier eine Burg als Vorposten auf slawischem Gebiet. Damit, so ist zu vermuten, siedelten sich bald viele Handwerker, Händler und Fischer an, gaben der Stadt ihr Gesicht. Die Stadt blühte auf, wandelte sich, hatte dann im Fortgang der Geschichte nicht mehr die Bedeutung als Handelsumschlagzentrum.
Zwei Dinge blieben aber immer, Fürstenberg hatte stets Bedeutung für die Sommerfrischler oder Touristen - wie Sie es eben nennen wollen. Und Fürstenberg liegt an der HAVEL!
Hier greift nun die Verkündung der Flusslandschaft 2004/2005 ein, die durch die Schirmherrschaft von Herrn Birthler in ihrer Bedeutung unterstrichen wird.
Anliegen der gemeinsamen Idee der NaturFreunde und des DAV ist es bekanntlich,
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weite Kreise der Bevölkerung auf die ökologische, ökonomische und soziokulturelle Bedeutung der Flüsse und der sie umgebenden Landschaften aufmerksam zu machen;
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Maßnahmen zur Erhaltung und zum Schutz von Flusslandschaften und ihrer Lebensgemeinschaften, insbesondere der in ihnen lebenden Fisch-bestände, zu initiieren;
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naturnahe Wander- und Erholungsgebiete zu fördern.
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All dies kann in und von Fürstenberg aus in hervorragender Weise durch die initiativreiche Projektgruppe, die sich um Herrn Helmut Horst gebildet hat, organisiert werden. Dabei könnte die Lage dieser Stadt im nördlichen Bereich des Havelgebietes u. U. eine gewisse Gefahr darstellen, doch ich bin mir sicher, dass bei allen Aktivitäten immer die gesamte Havel mit ihren vielschichtigen Interessenlagen im Blick behalten wird.
Natürlich ist es dabei durchaus legitim, darüber nachzudenken, ob bei prognostizierten Rückgängen des Transportaufkommens auf unseren Flüssen und der allgemeinen Geldknappheit der Ausbau der Havel wirklich in die politische und ökologische Landschaft passt. Hier vertraue ich aber ganz auf die Bundes- und Landespolitiker.
Da ich die beiden Flusslandschaften vor der Havel in meiner Funktion begleiten durfte, erlauben Sie mir bitte zwei Anregungen. Bei der Gottleuba in Sachsen, die durch einen Chemie-Unfall erheblich beeinträchtigt war, schrieben die Kinder der 6. Grundschule in Pirna an den DAV-Präsidenten: "Unsere Gottel soll leben!"
Sie hatten also den Blick nach vorn gerichtet und haben so mit Patenschaften das Umweltbewusstsein einer ganzen Region positiv beeinflusst. Für meine zweite Anregung verzeihen Sie mir den Rückgriff auf die Geschichte. Bei der Organisierung von Veranstaltungen und der Öffentlichkeit rund um die Flusslandschaft fällt mir ein: "Von den Bayern lernen, heißt siegen lernen!" Die Vielfarbigkeit der Ideen, die Stiftung des Wanderpokals, die Einbeziehung nahezu aller Verantwortungs- und Interessenträger der Region ist für mich beeindruckend. Ich hoffe sehr, dass Herr Ludwig Lankl, stellvertretender Landrat von Freyung-Grafenau, hier die Gelegenheit hat, seine Erfahrungen einzubringen. Eines darf ich schon jetzt verraten, im Rahmen des "sanften" Tourismus hat die ILZ-Region positive Zuwächse im Vergleich zu anderen bayerischen Gegenden erfahren.
Dies wünsche ich der Havel-Landschaft ebenfalls, denn sie verdient es, in den Mittelpunkt des Interesses gerückt zu werden. Fürstenberg könnte dabei mit dem 1. Mai auch eine zusätzliche europäische Rolle übernehmen.
Wenn ich allein daran denke, dass es nach neuesten wissenschaftlichen Studien in unserem Lande knapp 4 Millionen aktive Anglerinnen und Angler gibt, die allerdings zur Zeit 40 Prozent ihres Angelns im Ausland ausüben, dann kann ich mir vorstellen, wie durch eine zukunftsweisende Anglerpolitik im Lande, hier wäre an einen "Touristen-Fischereischein" zu denken - nach dem Vorbild von Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern (geplant) - gepaart mit einer auf den Menschen gerichtete Nutzung der Havel, die unsere Berufsfischer vorbildlich bewirtschaften, durchaus eine soziale und kulturelle Bereicherung der gesamten Havel-Region rund um die Flusslandschaft 2004/2005 eintreten wird.
In diesem Sinne wünsche ich der Havel als Flusslandschaft ein von Überfrachtungen freies und möglichst wenig kanalisiertes Fließen! Gleichzeitig rufe ich alle Fischer und Angler auf, sich in diesen Prozess einzubinden.
Petri Heil!
(Bundesgeschäftsführer Michael Winkel überbrachte das Grußwort für den DAV)
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