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 | Pressemitteilung 05/2005 |
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Berlin, 29. April 2005
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Erster "Tag des Vereinsvorsitzenden"
"Dieser tolle Tag gibt uns viel Mut", so das Resümee von DAV-Präsident Bernd Mikulin nach dem ersten "Tag des Vereinsvorsitzenden" in der Geschichte des DAV. Vereinsvorsitzende aus nahezu allen Landesverbänden hatten sich am 23. April 2005 auf dem Gelände des "Märkischen Ausstellungs- und Freizeit-Zentrums" in Paaren im Glien getroffen, Vorträge verfolgt, selbst das Wort ergriffen, um Erfahrungen auszu-tauschen, auf ungelöste Probleme aufmerksam zu machen und Lösungswege anzubieten.
Herzlich begrüßten sie zunächst den Landrat des Landkreises Havelland, Dr. Burkhard Schröder, den Präsidenten des Landesanglerverbandes Brandenburg, Eberhard Weichenhan, den Fischereireferenten im Brandenburger Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz, Günter Markstein, den "Vater der Brandenburger Angelschulen", Heinz Bohlmann, und Dr. Robert Arlinghaus vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei Berlin.
Landrat Schröder gehörte zu den vorher "Eingeweihten" und ergriff deshalb noch nicht gleich das Wort zum Überbringen seiner Grüße, sondern gab Prof. Dr. Werner Steffens die Gelegenheit, Bernd Mikulin in Würdigung seines hohen Engagements bei der Reformierung des DAV, der persönlichen Verdienste bei der Sicherung des Fortbestehens des Verbandes sowie seiner 15-jährigen erfolgreichen Präsidentschaft das Ehrenzeichen des DAV zu überreichen. Bernd Mikulin übernahm bekanntlich am 21. April 1990 als erster freigewählter Präsident des DAV dieses Amt.
Danach stellte Dr. Burkhard Schröder seinen Havelkreis vor und bescheinigte dem DAV mit seinem Konzept des freizügigen Angelns und der Zusammenarbeit mit den Fischern im Haupt- und Nebenerwerb eine gute Zukunft. Von den 3.000 Hektar Wasserfläche des Landkreises bewirtschaftet der DAV 577 Hektar. 6.500 Angler haben einen Fischereischein und davon sind rd. 5.000 Mitglied im DAV. Besonders dankte er den 60 Fischereiaufsehern, in der Regel DAV-Mitglieder, für ihre so wichtige ehren-amtliche Arbeit. Mit besonderem Stolz erwähnte er den Castingclub Ketzin als einen Top-Verein mit hervorragenden sportlichen Leistungen, der vom 6. bis 8. Mai 2005 den Großen Preis des DAV im Castingsport und die Internationalen Deutschen Meisterschaften im Supercasting ausrichtet. Einen Landrat mit so viel Sympathie für die Angler möchte man sich überall wünschen.
Günter Markstein überbrachte die Grüße des Brandenburger Agrarministers Dr. Dietmar Woidke und legte eindrucksvoll dar, wieso das Angeln in Brandenburg eine gesunde Zukunft hat. Außerdem schilderte er die aktuellen Probleme bei der Sicherung des Aalbestandes und der Bekämpfung des Kormorans. So fressen die Kormorane pro Jahr allein im Bundesland Brandenburg 840 Tonnen (t) Fisch: davon 109 t Aal, 134 t Blei, 159 t Barsch, 153 t Plötze, 76 t Schlei, 57 t Hecht, 52 t Karpfen, 4 t Zander und 2 t Quappe. Die Einnahmen der Fischer allein wegen der Aal-Verluste sind auf 40 Prozent in den letzten 6 bis 7 Jahren zurückgegangen. Fingen sie 1998 noch 6,5 kg Aal pro Hektar, waren es 2004 nur noch 2 kg. G. Markstein erläuterte seine Auffassung zur notwendigen Auseinandersetzung mit "fundamentalistischen Ökologi-sten". "Hier müssen Angler und Fischer gemeinsam eine klare, deutliche Sprache sprechen."
Dr. Arlinghaus stellte die Ergebnisse seiner erstmalig deutschlandweit durchgeführten repräsentativen Erhebung zur sozialen und ökonomischen Dimension des Angelns vor. Dabei schilderte er beeindruckend die Situation der nichtorganisierten Sportfischer und räumte mit einigen Vorurteilen auf.
Heinz Bohlmann, der erste "Angellehrer" in Brandenburg, berichtete von seinen Erfahrungen bei der Organisation und Durchführung des Angelunterrichts innerhalb von Projekttagen als "Kinderangelschule" und als Bestandteil des Unterrichts an Ganztagsschulen.
Die Erwartungen der teilnehmenden Vereinsvorsitzenden waren hoch und sie wurden nicht enttäuscht. Petra Mundt, Vorsitzende des Städtischen Angelvereins Finsterwalde, sagte vor Beginn des Treffens: "Ich erwarte eine Menge Informationen, die ich sonst auch aus der Presse nicht bekomme, möchte wissen, welche Probleme andere Vereinsvorsitzende bewegen. Ich finde es wahnsinnig toll, dass wir hier erstmals zusammengekommen sind und uns austauschen können." Sie nutzte auch die Gelegenheit, zur Diskussion zu sprechen und bekräftige hier: "Schön, dass uns die Möglichkeit gegeben wurde, hier zu sein. Ich habe schon lange darauf gewartet und nehme viele neue Informationen mit nach hause und würde mich freuen, wenn ein solcher Tag wiederholt wird."
Insgesamt 13 Teilnehmer meldeten sich zu Wort. Und so entbrannte ein fruchtbarer Gedankenaustausch. Unter anderem wurden die Erfahrungen zum Fangen und Zurücksetzen von Fischen sehr kontrovers diskutiert. Weitere Themen waren das ordentliche Führen und Auswerten von Fangbüchern, die Kinder- und Jugendarbeit, die Öffentlichkeitsarbeit, der Zusammenhalt untereinander und die finanzielle Belastung vor allem arbeitsloser Mitglieder.
Bernd Mikulin hatte in seinem Einführungsvortrag betont, dass dieser "Tag des Ver-einsvorsitzenden" ein neues Podium und eine neue Breites des Erfahrungsaustausches eröffne. Er ermunterte die Vorsitzenden, die nicht zu Wort kamen, sich schriftlich an den DAV mit ihren Problemen zu wenden: "Ich verspreche Euch, dass wir auf jeden Fall auf Eure Briefe antworten werden, auch wenn wir nicht immer eine fertige Antwort parat haben. Wenn wir das Material insgesamt ausgewertet haben, werden wir Euch über das Gesamtergebnis informieren." In seinen Schlussbemerkungen sage er unter anderem: "Am wichtigsten für mich ist die Bekräftigung unserer Politik, dass der DAV nur dann stark sein kann, wenn auch seine Vereine stark sind. Es ist uns allen Herzenssache, für den Verband zu arbeiten. Mir gibt der heutige Tag viel Mut, im Ehrenamt weiter zu machen. Grüßt bitte auch herzlich Eure Familienangehörigen, herzlichen Dank auch an sie, denn nur durch ihr Verständnis und ihre Unterstützung ist ein engagiertes Ehrenamt machbar. Wir werden alles tun, damit dieser "Tag des Vereinsvorsitzenden" zu einer guten Tradition wird, und ich denke, dass wir uns mindestens alle zwei Jahre treffen müssen."
Mit viel Beifall verabschiedeten die Teilnehmer einen "Offenen Brief" an Bundesministerin Künast und Bundesminister Trittin mit Vorschlägen zum Schutz des Aals und der Bitte, Angler und Fischer durch entsprechende Maßnahmen seitens der Minister zu unterstützen.
Ansprechpartner: Michael Winkel DAV-Bundesgeschäftsführer
Tel. (030) 97 10 43 79
Anlage: Offener Brief
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